Was versteht man unter Maverick Buying?

Maverick Buying steht für den Einkauf von Material oder Dienstleistungen ohne Einhaltung der Compliance-Regeln des Unternehmens. Noch heute werden oft hohe Volumina an der Einkaufsabteilung vorbei eingekauft.

  1. (1) Die Maverick-Analysekette beginnt bei den Konzern-Gesellschaften. Die Gesellschaften E-BE und MAIN weisen mit 54,5% und 33,5% signifikante Maverick-Buying-Quoten auf.
  2. (2) Durch Anklicken der KPI mit 54,5 % für Gesellschaft E-BE erfolgt ein Drill-Down auf die Kategorie-Ebene. Dort sieht man alle Einkaufskategorien der Gesellschaft E-BE und kann die Maverick-Buying Quote je Kategorie analysieren.
  3. (3) Man erkennt, dass unter anderem die Warengruppe „Service“ mit 60,3% eine viel zu hohe Maverick-Buying Quote aufweist. Diese gilt es im Detail – also z.B. je Lieferant - weiter zu untersuchen.
  4. (4) Damit landet die Analysekette beim letzten Schritt: der Lieferantensicht. Hier kann man die Maverick Buying Quoten je Lieferant analysieren. Drei Lieferanten weisen einen zu hohen Wert auf.

Typische Beispiele für Maverick Buying Definitionen sind:

  • Einkauf ohne Einbezug der Einkaufsabteilung
  • Einkauf ohne Einhaltung der Beschaffungsprozesse
  • Einkauf ohne Berücksichtigung der Konditionen bestehender Rahmenverträge

Das Phänomen des Maverick Buying resultiert in vielen Unternehmen daraus, dass die einzelnen Fachabteilungen ihre Bedarfe – ohne Einbeziehung des Einkaufs - selbst einkaufen oder dass es schlichtweg für die einzukaufenden Warengruppen keine Einkäufer gibt. In weiteren Fällen sind zudem fehlende Bestell- und Vertragsmanagementsysteme für einen hohen Maverick Buying Anteil ursächlich.

Gerade in vielen technischen Unternehmen trifft man immer noch auf Vorurteile, dass der eigene Einkauf nicht leistungsfähig genug wäre bzw. technisch nicht versiert genug, um passende Lieferanten auszuwählen, zu beurteilen und mit Ihnen komplexe Verhandlungen durchzuführen. Hier bestimmen die Ingenieure noch vielfach selbst, welche Lieferanten zum Zuge kommen und zu welchen Preisen und Konditionen eingekauft wird. Dementsprechend hoch ist in diesen Unternehmen auch die Maverick Buying Quote.

Aber das Problem des Maverick Buying tritt nicht nur bei technischen Warengruppen auf, sondern auch im Indirekten Einkauf und seinen Warengruppen, z.B. beim Einkauf von Marketing-Dienstleistungen oder komplexen IT-Systemen. Auch hier ist die sogenannte Maverick Buying Quote oftmals recht hoch, da die Fachbereiche gerne selbst einkaufen und die Budgets in den eigenen „Händen“ behalten möchten.

Für den Einkauf ist damit eine der wichtigsten Herausforderungen, zunächst einmal den aktuellen Anteil des Maverick Buying Volumens am Gesamtspend überhaupt zu kennen. Für konkrete Verbesserungsmaßnahmen ist es notwendig, die Maverick Buying Quote je Warengruppe zu messen und Informationen darüber zu haben, welche Fachabteilungen und Mitarbeiter den Maverick Buying Spend zu verantworten haben. Man nennt diesen Personenkreis auch gerne „Schatten-Einkaufsorganisation“, da er zwar funktional einkauft, die Personen jedoch in den einzelnen Fachabteilungen sitzen und nicht dem Einkauf disziplinarisch zugeordnet sind.

Die Transparenz über das Maverick Buying Volumen je Warengruppe und die Schatten-Einkaufsorganisation kann über moderne Einkaufscontrolling-Software von Orpheus berechnet und gemessen werden. Das Einkaufscontrolling ist somit das zentrale Tool den Maverick Buying Anteil zu messen und zu steuern (u.a. über die Einkaufskennzahl Maverick Buying Quote) sowie den Anteil im Unternehmen zu verringern und damit gleichzeitig den so genannten „Spend under (Einkaufs-)Management“ zu vergrößern.

Ziel muss es sein, das gesamte kreditorische Volumen über den Einkauf zu leiten (und damit die Maverick Buying Quote nahe Null zu bringen), damit dem Unternehmen keine Kostennachteile entstehen und die Verfügbarkeit bei minimalem Risiko und ausreichender Qualität sichergestellt ist.

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Format: PDF,
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