Studie 2016 'Big Data Analytics im  Strategischen Einkauf'

Die 6 Savings-Typen

Der Einkauf verantwortet einen großen Kostenblock, speziell in produzierenden Firmen oder Handelsunternehmen. Diesen Kostenblock gilt es zu managen. Es sollen Einsparungen erzielt werden und Erfolge nachweisbar sein. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen eine grundlegende Systematik vor...

Es gibt verschiedene Wege Einsparungen zu erzielen

Zum einen kann man Kosten reduzieren (Cost Reduction), zum anderen auch zukünftige, voraussehbare Kostensteigerungen verhindern (Cost Avoidance).
Für beides gibt es verschiedene Ansatzpunkte.

Wir unterscheiden 6 Savings-Typen

  1. Historische Einsparungen (Historic Savings)

    Sie definieren sich als Preis- bzw. Kostenänderungen relativ zu einer Vorperiode. Der Referenzpunkt (engl.: Baseline) für die Berechnung dieser Kennzahlen kann z. B. ein Durchschnitt der Preise des Vorjahres sein. Diesen vergleicht man mit dem aktuellen Preis und gewichtet die Differenz mit der aktuellen Rechnungs- oder Bestellmenge.

    Die so berechneten Kennzahlen werden auch als Materialpreisabweichung (MPV) oder Materialkostenveränderung (MKV) bezeichnet. Im englischen Sprachraum hat sich der Begriff Material Cost Variance (MCV) etabliert.

  2. Einsparungen gegenüber dem Budget (Budget Savings)

    Diese lassen sich ebenfalls als Savings ausweisen. Entscheidend bei diesem Kennzahlenbereich ist die Frage, was als „Budget“ gelten kann bzw. darf.

    Ein Budget können eine aus der Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitete Planvorgabe für die Beschaffungskosten des Einkaufs je Kategorie sein oder aber reale (Ist-)Vorperiodenwerte für einzelne Einkaufskategorien.

    In einer detaillierten Budgetplanung lassen sich Preise als auch Mengen planen, die dann das budgetierte Beschaffungsvolumen ergeben.

    Budget-Einsparungen sind die Differenz zwischen dem tatsächlich realisierten Bestell- bzw. Rechnungsvolumen und den geplanten Budgets.
    Diese Messmethode lässt sich für beliebige Planungsobjekte, wie z. B. Einkaufskategorien, Investitions-Projekte, Lieferanten, Materialien, Kostenstellen etc. anwenden. Falls Preise und Mengen separat budgetiert sind, so lassen sich die eigentlichen Preiseffekte zudem von den Mengeneffekten trennen.

  3. Technische Einsparungen

    Sie resultieren z. B. aus Spezifikationsänderungen der Fremdbezugsmaterialien.

    Beispiel: Es lassen sich möglicherweise teure Titanbleche durch kostengünstige Stahlbleche substituieren. Die aus einer solchen Konstruktionsänderung resultierenden Preiseffekte sind ebenfalls als Einsparung zu berechnen und auszuweisen.

  4. Verhandlungserfolge (RfP-Savings)

    Sie sind Einsparungen im Sinne von Kostenverhinderungen (Cost Avoidance). Man versucht dabei z. B. über Ausschreibungen und systematische, strukturierte Verhandlungen ganz gezielt den Wettbewerbs- und Entscheidungsdruck preismindernd einzusetzen.

  5. Index-Effekte (Index-Savings)

    Diese fallen ebenfalls in die Klasse „Kostenverhinderung“. Sie beschreiben externe Marktentwicklungen, die zwar den Einstandspreis für Materialien und Dienstleistungen beeinflussen, für die jedoch der Einkauf nicht direkt verantwortlich zu machen ist.

  6. Ratioerfolge

    Diese Erfolge können eine Kombination aus mehreren Einsparungs-Typen sein.

    Beispielweise eine Kombination aus Verhandlungserfolgen (Cost Avoidance) und den (später) auf Basis der Ist-Daten (Preise und Mengen aus Bestellungen und Rechnungen) real zu messenden Materialpreisveränderungen (Cost Reduction).

    Beispiel: Ein neuer chinesischer Lieferant für ein bestehendes Material

    Im Rahmen der Vertragsverhandlungen ergeben sich zunächst Verhandlungserfolge. Die realen Einsparungen hingegen werden über Historische Einsparungen (Materialpreisveränderungen) gemessen, z. B. gegenüber den gleichen Teilen/Materialien anderer Lieferanten. Damit lässt sich dann z. B. folgende Fragestellung beantworten: "Wie hoch sind die Einsparungen durch den neuen chinesischen Lieferanten relativ zu den bisher genutzten Lieferquellen?"

    In der Praxis: Die genaue Berechnung von Ratioerfolgen ist mit vielen Problemen behaftet. So ist z. B. im obigen Beispiel problematisch, Verhandlungserfolge im Sinne von Kostenverhinderungen mit Kostenreduzierungen zu addieren, da beide Effekte fachlich zu trennen sind. Erstere sind nicht ergebniswirksame Einsparungen, wohingegen Materialpreiseffekte ergebniswirksame Einsparungen darstellen.

Einkaufserfolge systematisch messen

Die folgende Abbildung zeigt alle vorgestellen Einsparungs-Typen in einer Übersicht:

Typen von Einsparungen im Einkauf Savings-Typen, die in der Orpheus Software integriert sind

Alle dargestellten Savings-Typen sind in der Software von Orpheus integriert und stehen unseren Kunden mit nur wenigen Klicks zur Verfügung. Orpheus stellt Software für den strategischen Einkauf und das Einkaufscontrolling her.

Geschäftsführer - Orpheus GmbH
Dr. Jörg Dittrich
Geschäftsführer Orpheus GmbH
 
"Der indirekte Einkauf hat ganz besondere Anforderungen an das Beschaffungscontrolling bzw. Einkaufsreporting."

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